Mein neues Stativ

Leute es wird Frühling!!!

Bei schönem Wetter hatte ich diese Woche endlich mal die Gelegenheit mich frühzeitig vom Arbeitsplatz wegzustehlen um meine neue Errungenschaft – ein Holzstativ von Berlebach, das Report 913 – in der praktischen Anwendung zu testen.

Anfangs war ich ja sehr skeptisch, denn ein Holzstativ ist doch sicher irre teuer, schwer und auch ziemlich unpraktisch in der Handhabung dachte ich, doch da war ich wohl auf dem Holzweg 😉

Bisher hatte ich ein Velbon, was dem Vorgängermodell des GEO N640 entsprechen dürfte – ich glaube es heißt CF-640, aber ganz sicher bin ich mir nicht und im Zugriff habe ich es im Moment leider auch nicht. Was mich an dem Velbon am meisten stört ist die Mittelsäule, denn leider ist sie aus Aluminium und schwingt deutlich mehr als Mittelsäulen aus Carbon – ist für Langzeitbelichtungen quasi nicht nutzbar und mit eingefahrener Mittelsäule ist die Arbeitshöhe zu niedrig.
 Eigentlich wollte ich mir ein Gitzo kaufen – also eine Anschaffung für`s Leben, aber leider klebt da auch ein Preis dran den ich mein Leben lang nicht vergessen werde 🙁
Ich stand also im Fotoladen um mir die aktuellen Modelle einmal genauer anzuschauen – hier mal ein dickes Lob an das Team der Fotogena in Darmstadt, die mich seit Jahren immer wieder gut beraten. Als alternative zum Gitzo wurde mir ein Berlebach Holzstativ empfohlen und ich kommentierte den Vorschlag damit ob sie auch Lastenesel zum schleppen verkaufen…
HolzstativAber neugierig war ich schon und war dann doch sehr verwundert als ich es in der Hand hielt, denn schwerer als ein Alu-Stativ war das auch nicht. Dann spielte ich etwas damit herum und war relativ schnell begeistert von diesem Stativ. Das Report 913 hat zwar keine Mittelsäule, aber für mich – ich bin 1,84m Groß – eine sehr angenehme Arbeitshöhe und das Stativ macht einen richtig stabilen Eindruck. Als ich dann den Preis sah war doch sehr überrascht, denn das Stativ soll nicht mal 30% des Preises eines Gitzos in entsprechender Größe kosten – also da konnte ich nicht mehr widerstehen und nahm es kurzerhand mit.

Nun konnte ich das Stativ auch das erste mal unter realen Bedingungen bei einer kleinen Stadttour in Berlin testen und bin immer noch begeistert. Aber wo viel Licht ist, das ist auch schatten.  Also bitte nicht falsch verstehen, es handelt sich hier um ein absolut tolles Stativ das richtig stabil und dennoch nicht zu schwer ist. Holzstativ FussDie Handhabung ist toll, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig – vor allem die Schraubklemmen, die verhindern dass sich die Beine zusammenschieben, funktionieren aber tadellos.

Den ersten Kritikpunkt erhält die recht große Platte zwischen den Beinen. Wenn man hier wie ich einen Getriebeneiger verwendet ist die Verkippung nach oben und unten eingeschränkt, da der Negier nicht an der Mittelplatte vorbei kommt.Holzstativ mit Getriebeneiger Jedoch mit einem Kugelkopf funktioniert das Perfekt.
Den zweiten Punkt den ich nicht so toll finde ist die Form der Beine beim tragen. Unterwegs schnappe ich ein Stativ meist an einem Bein und trage es am ausgestreckten Arm herum, nur das ist bei diesem nicht sehr bequem, denn die Beine sind flach und eckig.
Dritter Kritikpunkt ist die Leichtgängigkeit der Beine beim verstellen des Anstellwinkels. Allerdings könnte es sein, dass man das noch etwas strammer einstellen kann, Holzstativ Schraubedenn die Verschraubung ist mit ganz normalen Sechskantschrauben ausgeführt – das werde ich dann noch nachreichen.

Auch überlege ich mir noch eine passende Nivelliereinheit zuzulegen, was auch das Problem der eingeschränkten Bewegungsfreiheit meines Getriebeneigers lösen würde.

Nun noch ein paar Punkte die meiner Meinung nach toll gelöst wurden.
Im Vordergrund steht hier natürlich die Stabilitäts und Dämpfungseigenschaften des Stativs, selbst wenn man mal dagegen stösst konnte ich kein langes nachschwingen wie ich das von Alu-Stativen kenne feststellen. Die Befestigungsschraube der Mittelplatte lässt sich von unten drehen, somit kann der Aufbau genau positioniert und festgezogen werden.
Die Gummis der Stativfüsse können nach ober geschraubt werden, so dass die Spikes mit eingebaut sind.
Holzstativ MittelplatteDie Beine können durch drücken unterhab des Sperrmechanismuses bis zu 100° nach oben geklappt werden, somit kommt man wirklich sehr flach an den Boden.

Erhältlich ist das Stativ mit einem 1/4 oder einem 3/8 Zoll Gewinde. Das Holz kann in natur oder fünf verschiedenen Lachierungen bestellt werden.

Mein Fazit ist eine absolute Kaufempfelung. Das Preis/Lesitungsverhältnis ist klasse und das Design ist ein echter Hingucker.
Es kommt nicht ganz an das Leistungsvermögen eines großen Gitzos heran, aber muss sich im Vergleich mit der etwas günstigeren Carbonklasse wie z.b. einem 055er von Manfrotto nicht verstecken.

Hier noch ein paar Fotos die bei dem ersten Test entstanden sind –  viel Spaß damit!

5 Antworten auf „Mein neues Stativ“

  1. Hallo Andreas,
    Endlich mal wieder Bilder von Dir!! Klasse

    Zum Stativ:
    Bei Berlebach denke ich immer an große Packmasse. Taugt das gute Stück was für Reisen? Oder hat Du ein Stativ mit Fotorucksack auf dem Rücken?

    Viele Grüße Peter

    1. Hallo Peter,
      Danke und ja – z.Zt. komme ich wieder mehr zum fotografieren 😉

      Diese Stativgröße ist grundsätzlich nur bedingt was für den Urlaub, da die Beinlängen doch ein Stück zu lang sind (auch bei anderen Herstellern) – es sei denn Du bist mit dem Auto unterwegs o. trägst es mit einem Gurt. Ich bin schon am überlegen ob ich mir für den Urlaub ein zweites Berleback mit einer Arbeitshöhe von ca. 80cm kaufen soll (Packmaß ca 40cm), denn mehr benötige ich im Urlaub eigentlich nie. Das könnte ich mir auch gut für Macroaufnahmen vorstellen, da man wirklich weit runter kommt 😉

      Gruß Andy

  2. Erstmal Danke für den Bericht! Ist übrigens der einzige den ich im Netz finden konnte 🙂

    Ich hätte zwei Fragen an dich: Konntest du die Leichtgängigkeit der Beine beheben? Und wie störend ist die eingeschränkte Verwendbarkeit des Getriebeneigers in der Praxis (wie es der Zufall will hab ich auch einen MA 405)?

    Grüße,
    Frank

    1. Hallo Frank,
      das mit der Leichtgängigkeit konnte ich zu Hause schnell lösen, denn die Staivbeine sind mit M10er Hutmuttern verschraubt die man einfach etwas fester anziehen kann.
      Um den Getriebeneiger etwas höher zu bekommen hatte ich bei Berlebach angerufen, ob das Problem bekannt ist.
      Nun, was soll ich sagen – einfach eine tolle Firma – ich wurde in die Werkstatt verbunden und dort bot man mir an eine Adapterplatte die normalerweise von 1/4″ auf 3/8″ o. umgekehrt gefertigt wird einfach von 3/8″ auf 3/8″ drehen zu lassen. Damit komme ich ungefähr 1cm höher und der MA 405 funktioniert einwandfrei 🙂
      Das ganze hat mich dann ca. 15€ gekostet, also genau den Preis der eine Adapterplatte aus dem Programm kostet. Das hat mich echt beeindruckt und das nenne ich SERVICE!!!

      In einem der letzten Folgen von 2014 habe ich das auch kurz im Fotopodcast.de darüber berichtet.

      Gruß Neufi

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