Mein Foto-Workflow

Ich arbeite grundsätzlich auf einem Windows 7-Notebook, zu Hause mit ext. Monitor, betreibe einen Home-Server, mein zentrales Tool für meine Bilder ist Adobe  Photoshop Lightroom 3 [LR] und ich schieße Grundsätzlich in RAW.

Aber mal eins nach dem Andren…
Nachdem ich eine Speicherkarte in den Reader stecke startet LR automatisch und die Bilder werden in einen Ordner nach dem voreingestellten Schema “…%Jahr%%Monat%-%Tag%” importiert – das Ganze ohne irgendeine Einstellung zu machen, einfach mal alle Bilder auf die Festplatte kopieren!
Nun kommt die Speicherkarte entweder zurück ich die Kamera oder in eine Hülle in der Tasche – kommt eben darauf an wo ich sie hergeholt habe.
Aber selbst wenn sie zurück in die Kamera kommt, werden die Bilder nicht gelöscht und die Karte auch nicht formatiert – denn nur Daten, die mindestens 2 mal auf voneinander unabhängigen Datenträgern liegen sind existent!!!


Da ich jetzt auf der sicheren Seite bin – Bilder sind auf 2 voneinander unabhängigen Datenträgern (Speicherkarte und Festplatte) – kommt es jetzt auf die zur Verfügung stehenden Zeit an bzw. ob ich jetzt noch Lust habe mich vor dem Rechner zu vergnügen oder nicht 😉

Fall A) Ich habe keine Lust mehr:
In diesem Fall repliziere ich meine Daten mit meinem Home-Server mit dem kostenlosen Tool “SyncToy 2.1” von Microsoft und fahre den Rechner runter. Da SyncToy auch in der Kommandozeile läuft, lassen sich diese 2 Schritte sehr komfortabel in eine Batch-Datei packen und ich muss nicht warten bis Gigabytes an Bildern über das Netzwerk geschaufelt wurden.
Wenn das dann geschafft ist – mache ich aber meist erst am nächsten Tag – werden die Speicherkarten mit der Kamera formatiert. Eigentlich dürfte es keine Unterschied machen ob die Karte im PC oder in der Kamera formatiert wird, aber meine beruflichen Erfahrungen im IT-Umfeld sagen mir, formatiere grundsätzlich mit dem Endgerät mit dem du auch speicherst!
Eigentlich ist es egal wie weit ich an einem Tag komme, am Ende eines Tages wird synchronisiert – es sei denn ich übernachte nicht zu Hause, dann bleiben die Daten auf der Speicherkarte und auf dem Rechner!

Fall B) Ich habe noch Lust, Laune und Muse
Jetzt werden die Bilder organisiert…
1. Aussortieren:
Hierzu benutze ich die LR-Funktion “Als abgelehnt festlegen”. Das ist eigentlich ganz trivial, ich springe mit der Pfeiltaste von Bild zu Bild und wenn mir ein Bild nicht gefällt markiere ich das Bild mit der eben genannten Funktion durch drücken der Taste “X”. Ich bewerte hier noch nicht die Schärfe oder irgendwelche Details, sondern nur den reinen Bildeindruck – wie bei Aschenputtel, die guten ins Töpfchen und die schlechten…
Das geht echt super schnell, da schafft man mind. 1000 Fotos in einer halben Stunde!
Nachdem die erste Runde durch ist blende ich dann die abgelehnten Bilder für die weitere Arbeit aus – werden also nicht gelöscht, noch nicht.
In der 2. Runde bewerte ich dann die Bilder mit 1 bis 5 Sternen, wobei man sich jetzt ein System zu Recht legen muss, was die Anzahl der Sterne bedeutet.
Mein System sieht wie folgt aus:
*: Geht so, mal sehen ob ich das später noch lösche
**: Geht so, aber ich möchte es nicht löschen weil mir das Foto aus emotionalen Gründen wichtig ist (Z.B. der Onkel aus Amerika, den ich nur alle 10 Jahre sehe, etc.)
***: Gefällt mir gut, mal sehen was ich damit anstelle
****: Tolles Bild, werde ich auf alle Fälle optimieren
*****: Klasse, nur meine besten Bilder bekommen 5 Sterne
Nach ein paar Tagen schaue ich mir nochmal die Abgelehnten Bilder an, ob sich nicht doch noch eine Perle darunter befindet. Für den Rest gibt es die Funktion “Abgelehnte Fotos löschen…”, dann sind sie wirklich gelöscht und können nur noch über den Papierkorb gerettet werden

2. Schritt: Verschlagworten
Hier benutze ich einen Hierarchisch aufgebauten Katalog von Stichworten. Durch die automatische Vervollständigung der Stichworte wird sichergestellt, dass keine 2 Schreibweisen eines Stichwortes im Katalog vorkommt. Wie man die Stichworte wählt muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, hierzu findet man im Web zahlreiche Vorgehensweisen und Empfehlungen. Hier sollte man seinem Bauchgefühl vertrauen, es sollte für einen selbst logisch nachvollziehbar sein – das wichtigste ist jedoch, dass man sein System konsequent durchzieht!!!
Zuerst suche ich nach Stichworten, die möglichst viele Bilder betreffen und verschlagworte ein Bild um diese Stichworte dann mit anderen Bildern zu synchronisieren. Hierzu stellt LR verschiedene Werkzeuge zur Verfügung die ich hier aber nicht näher beleuchten will.
Wenn nun einzelne Stichworte nur auf einzelne Fotos anzuwenden sind, dann ist das eben Handarbeit, gewährleistet mir aber dass ich die Fotos später wieder finde!!!

3. Schritt: Geo-Taggen
Wenn ich später die Bilder mit Positionsdaten versehen will nehme ich meinen Geologger (Wintec-201) mit und zeichne zyklisch die die Geodaten auf, oder ich muss es manuell machen.
Anhand der aufgezeichneten Daten werden die Geodaten dann in die Metadaten der Bilder geschrieben, hierzu benutze ich das LR-Plug-In “Jeffrey’s Lightroom Geoencoding Support”. Die Benutzung ich echt total easy!

4. Schritt: Entwickeln
Jetzt fange ich bei den Bildern mit den meisten Sternen an und arbeite mich bis zu einigen mit 3 Sternen durch. Bei der Entwicklung kann es dann schon vorkommen, dass ich die Vergabe der Sterne nochmal überdenke und das ein oder andre Bild höher bewerte bzw. als abgelehnt markiere.
Wie ich nun bei der RAW-Entwicklung im Einzelnen vorgehe würde den Rahmen sprengen, hierzu gibt es aber unzählige Video-Tutorials im Web – einfach mal googelen.
Wenn ich von einem Bild verschiedene Versionen möchte, dann mache ich einfach Virtuelle Kopien und Staple sie mit dem Original.

5. Schritt: Bearbeiten
In einigen wenigen Fällen (weniger als 1%), kommt es vor, dass ich mit dem RAW-Modul nicht das Ergebnis erziele was ich mir vorstelle, dann exportiere ich das Bild normalerweise als “Tiff” und reimportiere das bearbeitete Bild gleich wieder (das ist ein Schritt, die Funktion heißt “Bearbeiten in…”). Somit ist das Bild auch in der LR-Datenbank bekannt und kann genauso wie die andren Fotos organisiert, entwickelt und ausgegeben werden.

6. Schritt: Ausgabe:
Die Ausgabe mache ich nach Bedarf entweder über einen Export, hier werden die Bilder als digitale Kopie exportiert – wobei man viele Parameter des Bildes (z.B. Qualität, Größe, Speicherort, Metadaten, Wasserzeichen etc.) einstellen kann.
Oder man verwendet die Module Diashow, Drucken oder Web – wann welches Modul zu verwenden ist dürfte klar sein.

Am Ende steht natürlich immer das Synchen mit dem Home-Server.

Und was passiert mit den Daten auf dem Home-Server?
Auf dem Home-Server werden die Daten gespielt gespeichert (Raid-1) und von dort aus mache ich dann ein Backup auf externe Festplatten mit der kostenlosen Software “Backup Home-Service 3“.
Das differenzielle Backup läuft alle 2 Stunden an 7 Tagen in der Woche, danach laufen die Daten in die Wöchentliche Sicherung.
Nun wird der ein oder andere Fragen was bringt mir der Aufwand?
Wenn nun eine Festplatte auf dem Server kaputt geht, wird sie ersetzt und die Spiegelung neu Synchronisiert. Wenn aber eine Datei aus Versehen gelöscht oder überschrieben wird, habe die die letzen Versionen auf der externen USB-Platte und sollte mal das ganze Raid-System den Geist aufgeben, habe ich noch das Backup!
Da in meinem Haushalt mehrere Personen einen PC benutzen muss ich auch immer nur die Daten auf dem Home-Server sichern. Am Betriebssystem ändert sich ja nicht so viel, also mache ich nur jedes viertel Jahr ein Image und lege es auf dem Home-Server ab.

Ich hoffe diese Beschreibung hilft euch etwas weiter…

Wie geht ihr mit dem Thema um?

Ein Kommentar wäre super 😉

2 Antworten auf „Mein Foto-Workflow“

  1. Ich denke es ist wichtig, dass man sich Gedanken über seinen eigenen Workflow macht und diesen dann wirklich aufschreibt. Insofern ist dieser Artikel ein guter Grund mal gründlich über dieses Thema nachzudenken. Ich habe eigentlich einen Workflow, aber diesen nie so exact formuliert. Das hat zur Folge, dass ich mal das eine oder andere einfach vergesse oder keine Zeit dafür finde. Gerade was die Datensicherungen angeht ist das keine gute Situation.

    Ich mache übrigens das Geotagging mit Geosetter noch vor dem Aussortieren. Das hat den Vorteil dass Informationen der Bildverwaltung nicht überschrieben werden können, da sie ja noch nicht vorhanden sind.

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