Meine erste Hochzeit als Fotograf – Teil 3 Die Hochzeit

Hier geht`s zum 1. Teil und hier zum 2. Teil.

Nun war es also soweit, am nächsten Tag wird der Tag der Tage sein und mir war klar – wenn morgen etwas schief geht, werden einige Leute ziemlich sauer auf mich sein!

Also los – Am besten am Vortag noch mal alle Linsen säubern und Sensor auf Flecken überprüfen und ggf. säubern – damit man bei der zu erwartenden großen Anzahl von Bildern nicht auch noch Sensorflecken wegstempeln muss 😉

Fotorucksack packen, evtl. die letzten Akkus laden (etwa 3 mal so viel wie ich wahrscheinlich benötigen werde), Notebook mit vollem Akku einpacken, Ladestation(en), Lichtformer, Stative, Funkauslöser etc. bereitstellen damit das Auto am nächsten Tag schnell gepackt ist.
Navi mit den Orten füttern und bei all dem technischem Kram nicht vergessen den Zeitplan und den Ablauf der Trauung in ausgedruckter Form einzupacken.
Hab ich auch wirklich nichts vergessen?

Jetzt hilft einem die Checkliste vom 1. Teil, einfach ausdrucken und abhaken.

Friseur 1
Friseur 1

Am nächsten Tag war ich um 8:30 Uhr beim Friseur mit der Braut verabredet um die ersten Fotos zu schießen. Das war eigentlich eine ziemlich entspannte Atmosphäre und von Aufregung war noch nicht viel zu spüren.
Trotzdem wollte ich die Sache behutsam angehen lassen um nicht am Morgen mit der

Friseur 2
Friseur 2

Fotografiererei zu nerven. Also machte ich die ersten Fotos wobei ich versuchte die Lichtstimmung einzufangen und die Umgebung mit einzubeziehen.

Eine Stunde später fuhren wir dann zu den Brauteltern wo das Brautkleid angezogen wurde. Das ist schon ein ergreifender Moment – auch für Außenstehende, die hier eigentlich nichts mit der Familie zu tun haben. Mit Recht wird nun der ein oder andere jetzt nach dem Bräutigam fragen, aber  er wollte nicht beim fertig machen fotografiert werden. Was aber auch mein Glück war, denn leider kann ich zu einem Zeitpunkt nur an einem Ort sein.
Dieses Problem könnte man eigentlich nur mit einem zweiten Fotografen lösen.

Nachdem nun die ersten Bilder im Brautkleid gemacht wurden und der Bräutigam nun auch angekommen war, machten wir uns auf zum Paarshooting.

Paarshooting 1
Paarshooting 1

Zum Glück regnete es nicht und wir konnten wie vom Brautpaar gewünscht das Shooting outdoor durchziehen. An diesem Tag war das Wetter licht technisch auch ziemlich stabil, aber kalt, 1°C. Aus Sicht des Fotografen ist das ja ok, aber die Braut mit schulterfreiem Kleid – nunja, das hieß also dicke Jacke mitnehmen und zwischendurch immer wieder mal die Braut auftauen – bei ein paar Bildern kann man sogar bei 100%-Ansicht die Gänsehaut erkennen 😉

Also los, die Brauteltern sind als Assistenten mitgefahren – fand ich echt klasse, denn am Hauteingang des Kurhauses im Wiesbaden, wo wir die ersten  Fotos machen  wollten, hätte man schlecht Stative aufbauen können. Ausgerechnet an diesem Tag fand dort eine Veranstaltung statt…

Paarshooting 2
Paarshooting 2

Aber mit zwei Assistenten ging es dann trotzdem ganz gut. Ich musste eben aufpassen dass mir nicht andauernd jemand vor die Linse läuft, aber wenn der Assistent mit einem 70cm Beauty-Dish an einer Stativstange herumhandiert, dann fällt man schon auf 😀
Den zweiten Teil des Shootings verlegten wir dann in den Kurpark, der zu dieser Jahreszeit in echt tollen herbstlichen Farben getaucht ist. Für das komplette Shooting war etwa 2 Stunden Zeit, denn wir wollten ja nicht zu spät zur Trauung kommen…

Während der Trauung lief alles wie erwartet, da mir der Ablauf bekannt war konnte ich mich gut auf die bevorstehenden Situationen einstellen und ablichten.

Paarshooting 3
Paarshooting 3

Schwieriger wurde es dann nach der Kirche, da ich nicht wusste wer was geplant hatte, weshalb ich mich einfach in der Nähe des Hochzeitspaares aufhielt um bloß nichts zu verpassen.

Vor der Kirche gab es dann noch einen kleinen Empfang, während dessen die Gruppenfotos gemacht wurden. Hier muss ich etwas Eigenkritik anbringen, denn hier hätte ich mehr darauf achten müssen dass sich im Hintergrund keine Personen befinden, aber aus solchen Situationen lernt man!
Klasse fand ich, dass ich in das Haus gegenüber konnte um aus dem 1. Stock Fotos von der ganzen Gesellschaft machen konnte. Danach fuhren alle in Kolonne zur Feier und hier hätte mir etwas mehr Ortskunde gut getan, denn es war ganz schön hektisch in der Nähe einen Parkplatz zu finden und als einer der ersten im Festsaal zu sein, aber ich hatte es  irgendwie doch geschafft 😉
Kaum angekommen ging es auch schon los mit Geschenke überreichen, Umarmungen und gratulieren. Als alle ihren Platz eingenommen hatten fanden die reden der Eltern, Paten und andren statt. Als es dann endlich das Essen gab, hatte ich zum ersten mal etwas Zeit zum sichten der Bilder, laden der Akkus und kopieren der Bilder – nicht auszudenken wenn dem Bildern was passieren würde.

Nach dem Essen ging es dann weiter mit Partyfotografie incl. einiger Spieleeinlagen bis zum nächsten Morgen um – ach ich weiß nicht mehr so genau wird wohl so gegen 4 Uhr gewesen sein.

Unterm Strich muss ich sagen – anstrengend, aber es hat echt Sau viel Spaß gemacht und würde es immer wieder machen. Nun musste ich zusehen wie ich die vielen, vielen Bilder aussortiere, entwickle und dann möglichst schnell dem Hochzeitspaar zur Verfügung stelle.

Aber dazu mehr im 4. und letzten Teil…

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