Meine erste Hochzeit als Fotograf – Teil 2 Probeshooting

Bevor es nun mit dem 2. Teil der Hochzeitfotografie-Serie weiter geht, habe ich noch einen kleinen Nachtrag des ersten Teils.
Denn bevor ihr das erste Foto macht, solltet ihr die Bildrechte geklärt haben – am besten schriftlich!!!
Natürlich nur wenn ihr vorhabt die Bilder in irgend einer Form zu veröffentlichen. Falls nicht liefert ihr die Bilder ab und alle sind glücklich. Selbst wenn ihr eine Hochzeit unentgeltlich fotografiert müsst ihr die Bildrechte klären. Bei Polylooks, dem ehemaligen Stock-Portal der deutschen Telekom gab es mal Musterverträge kostenlos zum download, sicher gibt es sie auch an anderer Stelle im Web. Gerne würde ich sie hier zur Verfügung stellen, aber ich habe kein Ahnung ob ich da in eine rechtliche Falle tappe und auf Abmahnungen stehe ich nicht 🙁

Nach dem nun alle Vorbereitungen abgeschlossen waren habe ich ein Probeshooting mit

Probeshooting 1
Probeshooting 1

dem Hochzeitspaar vereinbart. Jetzt mag der Ein oder Andere sich fragen für was denn ein Probeshooting?
Das braucht doch kein Mensch, was soll ich den dabei noch lernen – ich kann doch fotografieren…
Das mag alles stimmen, das Probeshooting hatte ich unter folgenden Aspekten gesehen:

  1. Kennenlernen und Vertrauensbildung
  2. Sichten der Location
  3. Ausrüstung Testen

Für geübte Modells mag das kein großes Ding sein vor der Kamera zu stehen und zu posen, aber für jemanden der es nicht gewohnt ist vor der Kamera zu stehen ist das ein riesen Schritt heraus aus seiner „Komfortzone“!
Ich kann nur jedem Fotografen empfehlen, tauscht mal die Seite und danach werdet ihr wissen was ich meine…

Stundenlang den Anweisungen des Fotografen zu folgen: Lächeln, Blick nach oben, nicht die Augen schließen, schau mal verträumt links an mir vorbei, drehe die Schultern etwas weg, und und und…
Obendrein ist das auch anstrengend!

Probeshooting 2
Probeshooting 2

Die Anweisungen des Fotografen müssen überzeugend und eindeutig sein wobei Vertrauen oder Skepsis aufgebaut wird!!!
Als hilfreich hat sich erwiesen, immer wieder mal ein paar Bilder auf dem Kameradisplay zu zeigen, man bekommt auch auf dem kleinem 3″ oder noch kleinerem Display einen ganz guten Eindruck und somit wächst dann auch das vertrauen in den Fotografen – wenn die Bilder gut sind – und das drückt sich in noch besseren Bildern aus 😉

Bei der Besichtigung der Location ist bei einem Outdoor-Shooting wichtig, dass der eigentliche Termin nicht mehr so lange auf sich warten lässt, denn mit der Jaheszeit ändert sich durchaus das Licht und auch die Temperatur. Im Studio ist das im Normalfall eher zu vernachlässigen, in meinem Fall waren etwa 5 Wochen zischen dem Probeshooting und der Hochzeit. Beim Probeshooting waren es noch locker über 15°C und bei der Hochzeit genau 1°C, also sau kalt!

Probeshooting 3
Probeshooting 3

Immerhin hat es nicht geregnet, aber Schulterfrei bei dieser Temperatur war nicht lustig (für die Braut). Überlegt euch genau ob ihr das Risiko eingehen wollt ohne Plan B ein Outdoor-Shooting mit einem Hochzeitspaar durchzuführen. Ich glaube nicht, dass ich das so nochmal machen würde – auf alle Fälle nicht ende Oktober!
Denn ein Mietstudio kostet für 2 Stunden zwischen 50 und 80€ (je nach Ausstattung) das sollte es den Paar wert sein…

Zum Probeshooting nehmt alles mit was ihr evtl. beim Paarshooting einsetzen wollt, denn danach wisst ihr auf was ihr verzichten könnt, bzw. was nicht so funktioniert wie ihr euch

Probeshooting 5
Probeshooting 5

das vorgestellt habt. Improvisieren solltet ihr dann wenn es sein muss um die Situation zu retten falls was kaputt geht oder ähnliches – ach ja, eine Rolle Gaffertape und Bindedraht sollte man immer dabei haben!!!
Bei einem Outdoor-Shooting sollte man auch immer daran denken, dass man das ganze Gerödel auch schleppen muss, also schaut auch nach geeigneten Parkmöglichkeiten Ausschau. Ihr werdet am Hochzeitstag keine Zeit haben ewig nach einem Parkplatz zu suchen!
Auch der Aufbau sollte sich nicht zu lange hin ziehen, ich hatte beim aufbauen eines Striplights schwierigkeiten – die Streben waren sehr stramm – also nahm ich den Lichtformer am Hochzeitstag aufgebaut mit…

Tipp: Bittet das Hochzeitspaar sich Farblich sehr ähnlich zu kleiden wie die es bei der Hochzeit, es hilft euch etwas die Belichtung einzuschätzen. Den Kontrastumfang bei einem weißen Kleid und schwarzem Anzug sollte man nicht unterschätzen!

Am Ende solltet ihr einige gute Fotos geschossen haben, die dann evtl. auch für die

Probeshooting 4
Probeshooting 4

Hochzeitszeitung, Torte etc. zu gebrauchen sind – für die Einladungen ist das in der Regel zu spät.

Bei all diesem Druck vergesst den Spaß am Fotografieren nicht – es darf zwischendurch auch ruhig gelacht werden – das entspannt und macht Lust auf mehr 😉

Im nächsten Teil geht es mit dem Hochzeitsshooting weiter…

2 thoughts on “Meine erste Hochzeit als Fotograf – Teil 2 Probeshooting

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