Meine erste Hochzeit als Fotograf – Teil 1 Vorbereitung

Aus allen Ecken hört man “tue dir das bloß nicht an”, aber genau solche Aussagen machen das ganze doch so spannend, oder?
Ok, wenn man sich unsicher mit dem Umgang der Kamera ist, kaum über Erfahrungen in der Portrait-Fotografie verfügt oder keine genaue Vorstellung hat was da auf einen zu kommt, dann sollte man wirklich die Finger davon lassen.
Aber allen anderen denen es Spaß macht Menschen zu fotografieren, die über einen langen Zeitraum in der Lage sind konzentriert zu fotografieren, denen kann ich nur mit Begeisterung meine Empfehlung dazu ausdrücken!
Es ist anstrengend – 15 bis 18 Stunden incl. keiner Pausen, die man meist nutzt um von A nach B zu kommen, die Bilder zu sichten, Akkus zu tauschen oder Sicherungen der Bilder anzulegen – ist sicher keine Seltenheit – aber es hat super viel Spaß gemacht!

Nur vor einer Situation möchte ich euch warnen, macht nicht den Fehler als fotografierender Gast aufzutreten, die Erwartungshaltung ist die gleiche – ob ihr nun Gast oder Fotograf seid, am Ende will das Hochzeitspaar tolle Bilder haben!
Deshalb steckt klar die Grenzen ab, entweder Gast oder Fotograf, beides geht nicht – das geht nur in die Hose…
Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn ihr das zum ersten Mal macht, dann bitte nicht auf einer Hochzeitsfeier in der Familie!
Denn wenn es wirklich schief geht ist das sehr schlimm für das Brautpaar und ihr habt dann bis zum “St. Nimmerleinstag versch…”, das sollte man sich nicht in der  eigenen Familie antun…

HochzeitsfotoWie bin ich nun Vorgegangen?
Als erstes muss man natürlich an einen Auftrag kommen, aber wenn ihr euch mal etwas umhört ist das eigentlich kein Problem solange ihr keine Unsummen als Honorar verlangt – denn geheiratet wird immer.
Es wäre falsch mit euren besten Fotos zu prahlen und somit die Erwartungen beim Hochzeitspaar unerreichbar hoch zu schrauben, aber zeigt ruhig ein paar Arbeiten um euren Stiel zu dokumentieren.

Als erstes habe ich mir eine Checkliste gemacht, d.h. ich habe mir eine ergoogelt um sie dann auf meine Bedürfnisse anzupassen und diese mit dem Brautpaar abzustimmen. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit aber diese Liste hat bei mir ganz gut funktioniert -> hier ist die Liste
Und keine Panik wenn man am Ende nicht alle Motive von dieser Liste im Kasten hat, das habe ich auch nicht geschafft 😉 Am besten Ihr markiert euch die Motive, die ihr unbedingt einfangen wollt/müsst – nur damit ihr nichts Wichtiges vergesst…

Nun wäre es super wenn man einen Ablaufplan hätte, der auch noch mit Uhrzeiten und Orten versehen ist – doch leider steht der erst kurz vor der Trauung mit hinreichender Sicherheit fest.
Jetzt kommt es natürlich darauf an, wie viel Zeit ihr noch bis zum Hochzeitstermin habt. Aber seit euch mit dem Termin nicht zu sicher!
Mir ist es passiert, dass die Hochzeit kurze Hand von Mai des Folgejahres auf Oktober des aktuellen Jahres verschoben wurde – mitgeteilt hat man mir das kurz vor einem Sommerurlaub, sodass die Vorbereitungszeit von 10 auf 2 Monate zusammengeschrumpft wurde – ging aber trotzdem alles gut 😉

Wenn ihr die Gelegenheit habt, dann geht ruhig als Assistent oder Zweitfotograf mal mit auf eine Hochzeit – muss ja nicht gleich die komplette Hochzeit sein – so dass ihr nicht unvorbereitet ins kalte Wasser springen müsst. Hier kommt es auf den Erfahrungsschatz und auf die Persönlichkeit des Fotografen an, nicht jeder kommt mit so einer Situation gleich gut zurecht und etwas üben hat noch keinem geschadet!
Denn am großen Tag muss alles sitzen – da gibt es keine Ausreden mehr wenn die Fotos mit Hochzeitskuss verwackelt oder völlig überbelichtet sind, aus welchem Grund auch immer…

Wenn der ungefähre Zeitplan steht, dann schaut euch zur etwa der gleichen Uhrzeit die Locations an. Insbesondere im Hinblick auf die Lichtverhältnisse und Größe der Räumlichkeiten, denn eine tief stehende Sonne die alle paar Minuten von einer Wolke verdeckt wird kann einem beim Outdoor-Paarshooting schon ganz schön auf die Nerven gehen. Aber evtl.  kann man mit Hilfsmitteln abschatten, es gibt in der Nähe eine Mauer, eine Hecke etc.  damit die Lichtverhältnisse wenigstens einigermaßen konstant bleiben.
Das gleiche Problem tritt natürlich bei großen evtl. sogar bunten Kirchenfenstern auf.  Ihr könnt das zwar nicht ändern, aber euch im Vorhinein eure Gedanken darüber machen  wie man dies in die Bildgestaltung einbauen kann und vor allem werdet ihr nicht von solch einer Situation nicht überrascht!
Ein weiterer Punkt ist natürlich die Wahl der Brennweite – in meinem Fall war der Gemeindesaal nicht so riesig und somit war klar dass mein Teleobjektiv eher wenig bis gar nicht zum Einsatz kommen wird…

Das soll es mal für den ersten Teil gewesen sein, hier geht es zum 2. Teil…

2 Antworten auf „Meine erste Hochzeit als Fotograf – Teil 1 Vorbereitung“

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