Yongnuo Strobist Kit im Einsatz

Nachdem ich hier vor einiger Zeit meinen ersten Eindruck der Yongnuo- Funkauslöser, Blitze und Kugelkopfneiger mit Schirmhalter beschrieben hatte möchte ich nun abschließend einen Erfahrungsbericht abgeben wie sich die “Chinaware” im Alltag bewährt hat.

  1. Funkauslöser:
    Mit diesen kleinen Wunderdingern habe ich durchaus sehr gute Erfahrungen gemacht. Wo ich anfänglich Bedenken hatte war die Laufzeit der 3V-Batterie im Sender, da diese nicht durch Akkus zu ersetzen sind (zumindest kenne ich keine) und sich am Sender kein Ein/Aus-Schalter befindet war ich doch sehr skeptisch. Aber ich wurde eines besseren belehrt, bis jetzt habe dich diese Batterie noch nie auswechseln müssen und immerhin habe ich das Funkauslöser-Set inzwischen seit über einem halben Jahr im Einsatz.
    Die Empfänger haben mich auch noch nie im Stich gelassen! Betankt werden die bei mir mit zwei AAA Eneloop-Akkus von Sanyo, die ich nach jedem Einsatz neu auflade. Mehr als 500 Auslösungen mit einer Akkuladung habe ich noch nie abgefeuert, aber die haben sie anstandslos mitgemacht ohne Mucken und 100% zuverlässig!

    Die 100m Reichweite habe ich zwar noch nie ausgereizt, aber ca. 35m mit Hindernis haben sie locker geschafft – mal ehrlich, wann benötigt man denn mal mehr als 15m…
    Die Synchronzeit von 1/200 Sekunde klappt an meiner Nikon D80 nicht zuverlässig, aber mit 1/160 Sekunde hatte ich noch nie Probleme!!!
    Fazit: Wer keine kürzeren Synchronzeiten als 1/160 Sekunde benötigt ist mit diesen Funkzwergen absolut gut bedient!
  2. Blitze:
    Die mobilen Blitze bestechen durch ihre Einfachheit – ein/aus-schalten, Blitzleistung einstellen und fertig!
    Da man nicht mehr einstellen kann sind sie auch in der Handhabung genau so einfach und vor allem auch schnell eingestellt. Kein suchen und navigieren in Menüs und auch eine Fehlbedienung ist kaum vorstellbar. Den Blitzkopf kann man wie bei meinen 2 Nikon-Blitzen (SB 800 und SB900) horizontal und vertikal verstellen, nur dass man keinen seitlichen Knopf zur Arretierung drücken muss. Das sehe ich eigentlich als Voreilt, denn das Verstellen ist keineswegs klapprig und leiert auch nicht aus. Betankt werden die Blitze mit vier AA-Akkus – in meinem Fall Eneloops – womit sie bei voller Leistung (Leitzahl 38 bei ISO 100)  ca. 250 Auslösungen schaffen!
    Was mir ab und zu an den Blitzen gefehlt hat war ein einstellbarer Reflektor! Gerade wenn man keinen Lichtformer benutzt kommt dieser zum Tragen. Auch ist die Lichtverteilung in größeren Druchlichtschirmen  bei  weitwinkliger Einstellung homogener, aber dafür habe ich ja noch meine Nikon-Blitze 😉
    Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht, die Nikon-Blitze sind qualitativ hochwertiger, man kann viel mehr damit anstellen und vor allem möchte ich auf die TTL-Automatik bei wechselnden Lichtverhältnissen nicht verzichten, aber um stumpf in eine Softbox zu blitzen benötigt man wirklich keinen Blitz der ungefähr 8 mal so Teuer ist wie die Yongnuo YN-460II!
    Als echten Kritikpunkt muss ich hier das Power-Management anführen, denn das hat mich schon mal in eine blöde Situation manövriert. Denn man muss wissen, dass es 2 Stufen des Power-Safe Mode gibt:
    1. Stufe: Power-Safe, die Blitze lassen sich durch den Funkauslöser wieder aufwecken.
    2. Stufe: “Aus”, aus diesem Mode lassen sich die Blitze nur noch durch betätigen des Power-Buttons – einschalten eben – wieder aufwecken und haben nach dem wieder einschalten auch vergessen mit welcher Leistung sie blitzen sollen.
    Ist ja im Prinzip kein Problem, einschalten und Leistung einstellen, schon geht es weiter – nur blöde wenn man jetzt nicht mehr an die Blitze dran kommt weil sie oben an einem Gestell angebracht wurden 🙁
    Aber dieses “Feature” vergisst man so schnell nicht mehr…
    Fazit:
    Für Outdoor-Einsätze mit Lichtformern oder als Effekticht eine absolute Empfehlung wenn man das etwas eigenwillige Power-Management beachtet 😉 Bei einem Preis von ca. 50€ ist das ein echter Kauftipp!
  3. Kugelkopfneiger mit Schirmhalter:
    Wenn man ausschließlich mit Schirmen mit einem Durchmesser vom unter einem Meter  arbeitet kann man hier nichts falsch machen, nur wenn man wie ich auch mal ein 30 x 150cm Striplight  oder ein Beauty-Dish adaptieren will muss man schon fast Gewalt anwenden damit es hält (aus Leistungsgründen sollte man in solchen Fällen aber 2 Blitze huckepack benutzen)!
    In einem Fall ist es mir passiert, dass sich der Griff endlos drehen lies und ich den Neiger nicht mehr einstellen konnte. Zu Hause habe ich den Griff mit einer Zange abgezogen und mit Sekundenkleber wieder eingeklebt. Seit dem sitzt der Griff  zwar fest, aber von einer Ideallösung ist das noch weit weg!
    Fazit:
    Finger weg, das war ein Fehlkauf !
    Die von Manfrotto kosten zwar das Dreifache (ab ca. 30€), sind das Geld aber allemal wert – nichts ist ärgerlicher als mechanisch verklemmtes Material auf das man sich nicht verlassen kann…

Das war`s, ich hoffe dieser Bericht war interessant und hilft euch etwas weiter!

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