Erster Versuch eines mobilen Fotostudios

Neulich sah ich ein Interview auf fototv.de eines Profifotografen der seine Anfänge mit der Studiofotografie beschrieb. Er baute sich als Softboxersatz einige Rahmen aus Dachlatten und bespannte diese mit Backpapier um die dahinterstehenden Baustrahler als “große Lichtquellen” zu nutzen.

Das kann ich auch – dachte ich mir – und zog los in den Baumarkt…

Was mir an der “Low-Cost-Softbox” mit den Dachlatten und dem Backpapier nicht gefiel, war das Backpapier, das kam mir doch sehr klapprig vor. Denn wer hat schon Lust beim Shooting mit Klebeband neues Backpapier auf einen Rahmen aufzuspannen wenn das Backpapier mal reisst…
Also musste eine Alternative her.

Nachdem ich eine gute viertel Stunde im Baumarkt herum irrte stieß ich auf eine Scheibe aus Plexiglas (50×100 cm, 2-3 mm dick) – die erschien mir brauchbar -am Rand noch ein paar Aluwinkel – und fertig ist der Rahmen…
Ach ja, Baustrahler nicht vergessen!
Einen hatte ich noch im Keller, von dem ich das Stativ benutzen wollte.

Zu Hause angekommen ging ich direkt in den Bastelkeller um die Alurahmen an die Plexiglasscheibe zu schrauben. Winkel auf die Scheibe legen, mit Schraubzwingen fixieren und ein paar Löcher durch das Ganze. Zum Schluss noch die Winkel miteinander verschrauben und in die Mitte der senkrechten Schenkel noch ein Loch, damit ich den Rahmen auf das Baustrahlerstativ schrauben kann.
Die Bastelarbeiten dauerten ca. 45 min. und das Ergebnis war ganz ok!

Nun schraubte ich den Rahmen auf das Stativ und stellte den Baustrahler dahinter – ich war begeistert 😉

Da ich begeisterter Karateka bin, erzählte ich von meinem Bastelprojekt im nächsten Training und hatte sofort ein paar Freiwillige “Models” zusammen – der Eine brauchte ein Bewerbungsfoto, der Nächste ein Foto für das Firmeninterne Chat-System, usw.
Ich hätte nie gedacht, dass es so einfach ist an Models zu kommen. Kurzum, das Fotoshooting war geplant – einer stellte sogar noch sein Wohnzimmer zur Verfügung, danke [TOM] 😉

Nun war es endlich soweit, also packte ich mein ganzes Zeug ins Auto – was für eine Schlepperei – und schon offenbarte sich die erste Schwachstelle meiner Pseudo-Softbox, das Ding ist ganz schön sperrig!
Egal, angekommen baute ich mein mobiles Studio auf, dass ich mir wie folgt vorstellte:

  • Als Hintergrund einen weißen Rollo (1,40×2,20m, mit Stange), den ich auch vom Baumarkt für günstiges Geld erstanden habe.
  • Vom Boden aus sollte der Baustrahler, der nun übrig war (Stativ war ja unter der Plexiglasscheibe), den Hintergrund anstrahlen.
  • Meine Pseudo-Softbox 45° von vorne.
  • Von der anderen Seite meinen ext. Systemblitz (Nikon SB-800) der entfesselt über meinen internen Blitz meiner D80 gezündet werden sollte

Jetzt wurde es spannend, die ersten Testfotos waren gemacht – alles Sch…

  • Meine Bastel-Softbox war viel zu dunkel, ich hätte nie gedacht, dass 500W so wenig Licht machen.
  • Linke Gesichtshälfte ok, rechte zu dunkel.
  • Von links nach rechts riesige Schatten (je nach Nasenlänge 😀 )
  • Weißabgleich spielte verrückt
  • Und sonst sah es auch nicht gut aus

Was nun – also umbauen – aber wie?
Die Plexiglas Scheibe habe ich weg gestellt, den Blitz von links habe ich durch den Hintergrund-Baustrahler ersetzt und der Blitz wurde zum Hintergrundanstrahler degradiert.
Mit Schatten hatte ich immer noch zu kämpfen, aber die Fotos sind letztendlich ganz ok. geworden – aber gut ist was anderes ;-(
Zu Hause am PC wurde deutlich, dass dieses Setup Hauptprobleme leider nicht kaschiert sondern eher betont – war auch nicht zu erwarten bei den Lichtquellen.
Zudem die Lichtrefexe in den Augen durch den Auslöseblitz merkwürdig aussahen.

Jetzt spiele ich mit dem Gedanken mir doch noch einen Blitz zuzulegen und mit Schirmen und Kabel oder Funkauslöser zu arbeiten, oder hat jemand eine Kostengünstigere Idee?
Wenn ja, dann schreibt mir doch bitte einen Kommentar!

Was aus dem 2. Versuch wird erfahrt ihr dann auch hier auf meinem Blog…

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